Ecce Homo (book)

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Error is not blindness, error is cowardice.

Ecce Homo is the last book written by philosopher Friedrich Nietzsche. It was written in 1888 and published in 1908.

Quotes[edit]

  • Man hat die Realität in dem Grade um ihren Werth, ihren Sinn, ihre Wahrhaftigkeit gebracht, als man eine ideale Welt erlog.
    • In proportion as an ideal world has been falsely assumed, reality has been robbed of its value, its meaning, and its truthfulness.
      • § 2


  • Die Lüge des Ideals war bisher der Fluch über der Realität, die Menschheit selbst ist durch sie bis in ihre untersten Instinkte hinein verlogen und falsch geworden—bis zur Anbetung der umgekehrten Werthe, als die sind, mit denen ihr erst das Gedeihen, die Zukunft, das hohe Recht auf Zukunft verbürgt wäre.
    • Hitherto the lie of the ideal has been the curse of reality; by means of it the very source of mankind's instincts has become mendacious and false so much so that those values have come to be worshipped which are the exact opposite of those which would ensure man's prosperity, his future, and his great right to a future.
      • § 2


  • Philosophie, wie ich sie bisher verstanden und gelebt habe, ist das freiwillige Leben in Eis und Hochgebirge—das Aufsuchen alles Fremden und Fragwürdigen im Dasein, alles dessen, was durch die Moral bisher in Bann gethan war.
    • Alternate translation: Philosophy, as I have until now understood and lived it, is the voluntary life in ice and high mountains—the seeking out of everything strange and questionable in existence, everything that up to now has been banned by morality.
      • § 3


  • Wie viel Wahrheit erträgt, wie viel Wahrheit wagt ein Geist? das wurde für mich immer mehr der eigentliche Werthmesser.
    • How much truth can a certain mind endure, how much truth can it dare? These questions became for me ever more and more the actual test of values.
      • § 3


  • 'Irrthum (—der Glaube an's Ideal—) ist nicht Blindheit, Irrthum ist Feigheit.
    • Error is not blindness, error is cowardice.
      • § 3


  • Jede Errungenschaft, jeder Schritt vorwärts in der Erkenntnis folgt aus dem Muth, aus der Härte gegen sich, aus der Sauberkeit gegen sich.
    • Every conquest, every step forward in knowledge is the outcome of courage, of hardness toward one’s self, of cleanliness toward one’s self.
      • § 3


  • Nitimur in vetitum: in diesem Zeichen siegt einmal meine Philosophie, denn man verbot bisher grundsätzlich immer nur die Wahrheit.
    • That which has been most stringently forbidden is, without exception, truth.
      • § 3, p. 3


  • Ich machte aus meinem Willen zur Gesundheit, zum Leben, meine Philosophie.
    • Out of my will to health and to life I made my philosophy.
      • “Why I am so wise,” § 1.2


  • Und woran erkennt man im Grunde die Wohlgerathenheit? Dass ein wohlgerathner Mensch unsern Sinnen wohlthut: dass er aus einem Holze geschnitzt ist, das hart, zart und wohlriechend zugleich ist. Ihm schmeckt nur, was ihm zuträglich ist; sein Gefallen, seine Lust hört auf, wo das Maass des Zuträglichen überschritten wird. Er erräth Heilmittel gegen Schädigungen, er nützt schlimme Zufälle zu seinem Vortheil aus; was ihn nicht umbringt, macht ihn stärker. Er sammelt instinktiv aus Allem, was er sieht, hört, erlebt, seine Summe: er ist ein auswählendes Princip, er lässt Viel durchfallen. Er ist immer in seiner Gesellschaft, ob er mit Büchern, Menschen oder Landschaften verkehrt: er ehrt, indem er wählt, indem er zulässt, indem er vertraut. Er reagirt auf alle Art Reize langsam, mit jener Langsamkeit, die eine lange Vorsicht und ein gewollter Stolz ihm angezüchtet haben,—er prüft den Reiz, der herankommt, er ist fern davon, ihm entgegenzugehn. Er glaubt weder an „Unglück”, noch an „Schuld”: er wird fertig, mit sich, mit Anderen, er weiss zu vergessen,—er ist stark genug, dass ihm Alles zum Besten gereichen muss.
    • By what signs are Nature’s lucky strokes recognised among men? They are recognised by the fact that any such lucky stroke gladdens our senses; that he is carved from one integral block, which is hard, sweet, and fragrant as well. He enjoys that only which is good for him; his pleasure, his desire, ceases when the limits of that which is good for him are overstepped. He divines remedies for injuries; he knows how to turn serious accidents to his own advantage; that which does not kill him makes him stronger. He instinctively gathers his material from all he sees, hears, and experiences. He is a selective principle; he rejects much. He is always in his own company, whether his intercourse be with books, with men, or with natural scenery; he honours the things he chooses, the things he acknowledges, the things he trusts. He reacts slowly to all kinds of stimuli, with that tardiness which long caution and deliberate pride have bred in him—he tests the approaching stimulus; he would not dream of meeting it half-way. He believes neither in “ill-luck” nor “guilt”; he can digest himself and others; he knows how to forget—he is strong enough to make everything turn to his own advantage.
      • “Why I am so wise,” § 1.2


  • ... I, the last anti-political German.
    • “Why I am so wise,” § 1.3


  • Meine Erfahrungen geben mir ein Anrecht auf Misstrauen überhaupt hinsichtlich der sogenannten „selbstlosen” Triebe, der gesammten zu Rath und That bereiten „Nächstenliebe”. Sie gilt mir an sich als Schwäche, als Einzelfall der Widerstands-Unfähigkeit gegen Reize.
    • My experience gave me a right to feel suspicious in regard to all so-called “unselfish” instincts, in regard to the whole of “neighbourly love” which is ever ready and waiting with deeds or with advice. To me it seems to me that these instincts are a sign of weakness, they are an example of the inability to withstand a stimulus.
      • “Why I am so wise,” § 1.4


  • Ich werfe den Mitleidigen vor, dass ihnen die Scham, die Ehrfurcht, das Zartgefühl vor Distanzen leicht abhanden kommt, dass Mitleiden im Handumdrehn nach Pöbel riecht und schlechten Manieren zum Verwechseln ähnlich sieht,—dass mitleidige Hände unter Umständen geradezu zerstörerisch in ein grosses Schicksal, in eine Vereinsamung unter Wunden, in ein Vorrecht auf schwere Schuld hineingreifen können.
    • What I reproach the pitiful with is, that they are too ready to forget shame, reverence, and the delicacy of feeling which knows how to keep at a distance.
      • “Why I am so wise,” § 1.4


  • Hier Herr bleiben, hier die Höhe seiner Aufgabe rein halten von den viel niedrigeren und kurzsichtigeren Antrieben, welche in den sogenannten selbstlosen Handlungen thätig sind, das ist die Probe, die letzte Probe vielleicht, die ein Zarathustra abzulegen hat.
    • To remain one’s own master in such circumstances [when tempted to pity], to keep the sublimity of one’s mission pure in such cases—pure from the many ignoble and more short-sighted impulses which come into play in so-called unselfish actions,—this is ... the last test.
      • “Why I am so wise,” § 1.4


  • Gleich Jedem, der nie unter seines Gleichen lebte und dem der Begriff „Vergeltung” so unzugänglich ist wie etwa der Begriff „gleiche Rechte”, verbiete ich mir in Fällen, wo eine kleine oder sehr grosse Thorheit an mir begangen wird, jede Gegenmaassregel, jede Schutzmaassregel,—wie billig, auch jede Vertheidigung, jede „Rechtfertigung”.
    • I have forbidden myself the use of any sort of measure of security or protection—and also, of course, of defence and “justification”—in all cases in which I have been made the victim either of trifling or even very great foolishness.
    • “Why I am so wise,” § 1.5


  • Meine Art Vergeltung besteht darin, der Dummheit so schnell wie möglich eine Klugheit nachzuschicken: so holt man sie vielleicht noch ein.
    • My form of retaliation consists in this: as soon as possible to set a piece of cleverness at the heels of an act of stupidity.
    • “Why I am so wise,” § 1.5


  • Auch scheint es mir, dass das gröbste Wort, der gröbste Brief noch gutartiger, noch honnetter sind als Schweigen. Solchen, die schweigen, fehlt es fast immer an Feinheit und Höflichkeit des Herzens; Schweigen ist ein Einwand, Hinunterschlucken macht nothwendig einen schlechten Charakter,—es verdirbt selbst den Magen.
    • [In response to being a victim of foolishness,] The rudest word, the rudest letter, is more good-natured, more straightforward, than silence. Those who keep silent are almost always lacking in subtlety and refinement of heart; silence is an objection.
      • “Why I am so wise,” § 1.5


  • Man sieht, ich möchte die Grobheit nicht unterschätzt wissen, sie ist bei weitem die humanste Form des Widerspruchs und, inmitten der modernen Verzärtelung, eine unsrer ersten Tugenden.
    • I should not like to see rudeness undervalued; it is by far the most humane form of contradiction, and, in the midst of modern effeminacy, it is one of our first virtues.
    • “Why I am so wise,” § 1.5


  • Kranksein ist eine Art Ressentiment selbst.—Hiergegen hat der Kranke nur Ein grosses Heilmittel—ich nenne es den russischen Fatalismus, jenen Fatalismus ohne Revolte, mit dem sich ein russischer Soldat, dem der Feldzug zu hart wird, zuletzt in den Schnee legt. Nichts überhaupt mehr annehmen, an sich nehmen, in sich hineinnehmen,—überhaupt nicht mehr reagiren … Die grosse Vernunft dieses Fatalismus, der nicht immer nur der Muth zum Tode ist, als lebenerhaltend unter den lebensgefährlichsten Umständen, ist die Herabsetzung des Stoffwechsels, dessen Verlangsamung, eine Art Wille zum Winterschlaf. … Weil man zu schnell sich verbrauchen würde, wenn man überhaupt reagirte, reagirt man gar nicht mehr: dies ist die Logik. Und mit Nichts brennt man rascher ab, als mit den Ressentiments-Affekten. Der Ärger, die krankhafte Verletzlichkeit, die Ohnmacht zur Rache, die Lust, der Durst nach der Rache, das Giftmischen in jedem Sinne—das ist für Erschöpfte sicherlich die nachtheiligste Art zu reagiren.
    • To be ill is a sort of resentment in itself. Against this resentment the invalid has only one great remedy—I call it Russian fatalism, that fatalism which is free from revolt, and with which the Russian soldier, to whom a campaign proves unbearable, ultimately lays himself down in the snow. To accept nothing more, to undertake nothing more, to absorb nothing more—to cease entirely from reacting. The tremendous sagacity of this fatalism, which does not always imply merely the courage for death, but which in the most dangerous cases may actually constitute a self-preservative measure, amount to a reduction of activity in the vital functions, the slackening down of which is like a sort of will to hibernate. ... Owing to the fact that one would be used up too quickly if one reacted, one no longer reacts at all: this is the principle. And nothing on earth consumes a man more quickly than the passion of resentment.
      • “Why I am so wise,” § 1.6


  • Das Ressentiment ist das Verbotene an sich für den Kranken—sein Böses: leider auch sein natürlichster Hang.—Das begriff jener tiefe Physiolog Buddha. Seine „Religion”, die man besser als eine Hygiene bezeichnen dürfte, um sie nicht mit so erbarmungswürdigen Dingen wie das Christenthum ist, zu vermischen, machte ihre Wirkung abhängig von dem Sieg über das Ressentiment: die Seele davon frei machen—erster Schritt zur Genesung. „Nicht durch Feindschaft kommt Feindschaft zu Ende, durch Freundschaft kommt Feindschaft zu Ende”: das steht am Anfang der Lehre Buddha's—so redet nicht die Moral, so redet die Physiologie.—Das Ressentiment, aus der Schwäche geboren, Niemandem schädlicher als dem Schwachen selbst,—im andern Falle, wo eine reiche Natur die Voraussetzung ist, ein überflüssiges Gefühl, ein Gefühl, über das Herr zu bleiben beinahe der Beweis des Reichthums ist.
    • To the sick man resentment ought to be more strictly forbidden than anything else—it is his special danger: unfortunately, however, it is also his most natural propensity. This was fully grasped by that profound physiologist Buddha. His “religion,” which it would be better to call a system of hygiene, in order to avoid confounding it with a creed so wretched as Christianity, depended for its effect upon the triumph over resentment: to make the soul free wherefrom was considered the first step towards recovery. “Not through hostility is hostility put to flight; through friendship does hostility end”: this stands at the beginning of Buddha’s teaching—this is not a precept of morality, but of physiology. Resentment born of weakness is not more deleterious to anybody than it is to the weak man himself—conversely, in the case of that man whose nature is fundamentally a rich one, resentment is a superfluous feeling, a feeling to remain master of which is almost a proof of riches.
      • “Why I am so wise,” § 1.6


  • In den Zeiten der décadence verbot ich sie mir als schädlich; sobald das Leben wieder reich und stolz genug dazu war, verbot ich sie mir als unter mir.
    • In my moments of decadence I forbade myself the indulgence of feelings of resentment, because they were harmful; as soon as my life recovered enough riches and pride, however, I regarded them again as forbidden, but this time because they were beneath me.
      • “Why I am so wise,” § 1.6


  • Pure habits and honesty toward myself are among the first conditions of my existence. ... I swim, bathe, and splash about, as it were, incessantly in water, in any kind of perfectly transparent and shining element. That is why my relations with fellows try my patience to no small extent; my humanity does not consist in the fact that I understand the feelings of my fellow, but that I can endure to understand.
    • “Why I am so wise,” § 1.8


  • Ich habe nie über Fragen nachgedacht, die keine sind, —ich habe mich nicht verschwendet.
    • I have never pondered over questions that are not questions—I have not squandered my strength.
      • “Why I am so clever,” § 2.1


  • Ich habe nie über Fragen nachgedacht, die keine sind, —ich habe mich nicht verschwendet.
    • I have never pondered questions that are not questions—I have not wasted myself.
      • “Why I am so clever,” § 2.1


  • Ich möchte nicht eine Handlung hinterdrein in Stich lassen, ich würde vorziehn, den schlimmen Ausgang, die Folgen grundsätzlich aus der Werthfrage wegzulassen. Man verliert beim schlimmen Ausgang gar zu leicht den richtigen Blick für Das, was man that: ein Gewissensbiss scheint mir eine Art „böser Blick”. Etwas, das fehlschlägt, um so mehr bei sich in Ehren halten, weil es fehlschlug—das gehört eher schon zu meiner Moral.
    • Once it was done I should hate to leave an action of mine in the lurch; I should prefer to omit the evil outcome, the consequences, from the problem concerning the value of an action. In the face of evil consequences one is too ready to lose the proper standpoint from which one’s deed ought to be considered. ... Something that has failed should be honored all the more jealously, precisely because it has failed—this is much more in keeping with my morality.
      • “Why I am so clever,” § 2.1


  • Ich bin zu neugierig, zu fragwürdig, zu übermüthig, um mir eine faustgrobe Antwort gefallen zu lassen. Gott ist eine faustgrobe Antwort, eine Undelicatesse gegen uns Denker —, im Grunde sogar bloss ein faustgrobes Verbot an uns: ihr sollt nicht denken!
    • I am too inquisitive, too incredulous, too high spirited, to be satisfied with such a palpably clumsy solution of things. God is a too palpably clumsy solution of things; a solution which shows a lack of delicacy toward us thinkers—at bottom He is really no more than a coarse and rude prohibition of us: ye shall not think!
      • “Why I am so clever,” § 2.1


  • In diesem Falle wird einfach Nichts gehört, mit der akustischen Täuschung, dass wo Nichts gehört wird, auch Nichts da ist
    • Thanks to an acoustic delusion, people will believe that where nothing is heard there is nothing to hear.
      • “Why I write such excellent books,” § 3.0.1


  • Wer mir aber durch Höhe des Wollens verwandt ist, erlebt dabei wahre Ekstasen des Lernens.
    • He who is related to me through loftiness of will experiences genuine raptures of understanding in my books.
      • “Why I write such excellent books,” § 3.0.3


  • Es giebt durchaus keine stolzere und zugleich raffinirtere Art von Büchern: —sie erreichen hier und da das Höchste, was auf Erden erreicht werden kann, den Cynismus.
    • ... the highest pinnacle of earthly endeavour, cynicism.
      • “Why I write such excellent books,” § 3.0.3


  • „Femininismus” im Menschen, auch im Manne, ein Thorschluss für mich: man wird niemals in dies Labyrinth verwegener Erkenntnisse eintreten.
    • Feminism, whether in mankind or man, is likewise a barrier to my writings; with it, no one could ever enter into this labyrinth of fearless knowledge.
      • “Why I write such excellent books,” § 3.0.3


  • Man muss sich selbst nie geschont haben, man muss die Härte in seinen Gewohnheiten haben, um unter lauter harten Wahrheiten wohlgemuth und heiter zu sein.
    • A man must never have spared himself, he must have been hard in his habits, in order to be good-humoured and merry among a host of inexorable truths.
      • “Why I write such excellent books,” § 3.0.3


  • Das Christenthum ... ist weder apollinisch, noch dionysisch; es negirt alle ästhetischen Werthe—die einzigen Werthe, die die „Geburt der Tragödie” anerkennt.
    • Christianity ... Is neither Apollonian nor Dionysian. It denies all aesthetic values, which are the only values that The Birth of Tragedy recognizes.
      • “The Birth of Tragedy,” § 3.1.1


  • Insgleichen war damit, dass ich Sokrates als décadent erkannte, ein völlig unzweideutiger Beweis dafür gegeben, wie wenig die Sicherheit meines psychologischen Griffs von Seiten irgend einer Moral-Idiosynkrasie Gefahr laufen werde:—die Moral selbst als décadence-Symptom ist eine Neuerung, eine Einzigkeit ersten Rangs in der Geschichte der Erkenntniss.
    • To regard morality itself as a symptom of degeneration is an innovation, a unique event of the first order in the history of knowledge.
      • “The Birth of Tragedy,” § 3.1.2


  • Ich sah zuerst den eigentlichen Gegensatz:—den entartenden Instinkt, der sich gegen das Leben mit unterirdischer Rachsucht wendet (—Christenthum, die Philosophie Schopenhauers, in gewissem Sinne schon die Philosophie Platos, der ganze Idealismus als typische Formen) und eine aus der Fülle, der Überfülle geborene Formel der höchsten Bejahung, ein Jasagen ohne Vorbehalt, zum Leiden selbst, zur Schuld selbst, zu allem Fragwürdigen und Fremden des Daseins selbst.
    • I was the first to see the actual contrast: the degenerate instinct which turns upon life with a subterranean lust for vengeance, ... as opposed to a formula of the highest yea-saying to life, born of an abundance and a superabundance of life—a yea-saying free of reserve, applying even to suffering, and guilt, and all that is questionable and strange in existence.
      • “The Birth of Tragedy,” § 3.1.2


  • Es ist Nichts, was ist, abzurechnen, es ist Nichts entbehrlich—die von den Christen und andren Nihilisten abgelehnten Seiten des Daseins sind sogar von unendlich höherer Ordnung in der Rangordnung der Werthe als das, was der Décadence-Instinkt gutheissen, gut heissen durfte. Dies zu begreifen, dazu gehört Muth und, als dessen Bedingung, ein Überschuss von Kraft.
    • Nothing that exists must be suppressed. Nothing can be dispensed with. Those aspects of life which Christians and other nihilists reject belong to an incalculably higher order of values than that which the instinct of degeneration calls good. ... In order to understand this, a certain courage is necessary.
      • “The Birth of Tragedy,” § 3.1.2


  • Genau so weit als der Muth sich vorwärts wagen darf, genau nach dem Maass von Kraft nähert man sich der Wahrheit.
    • A man can approach only as near to truth as he has the courage to advance.
      • “The Birth of Tragedy,” § 3.1.2


  • Die Erkenntniss, das Jasagen zur Realität ist für den Starken eine ebensolche Nothwendigkeit als für den Schwachen, unter der Inspiration der Schwäche, die Feigheit und Flucht vor der Realität—das „Ideal” … Es steht ihnen nicht frei, zu erkennen: die décadents haben die Lüge nöthig, sie ist eine ihrer Erhaltungs-Bedingungen.
    • Knowledge, and the affirmation of reality, are just as necessary to the strong man as cowardice, the flight from reality—in fact, the “ideal”—are necessary to the weak inspired by weakness. These people are not at liberty to “know,”—decadents stand in need of lies,—it is one of their self-preservative measures.
      • “The Birth of Tragedy,” § 3.1.2


  • Heraklit, in dessen Nähe überhaupt mir wärmer, mir wohler zu Muthe wird als irgendwo sonst. Die Bejahung des Vergehens und Vernichtens, das Entscheidende in einer dionysischen Philosophie, das Jasagen zu Gegensatz und Krieg, das Werden, mit radikaler Ablehnung auch selbst des Begriffs „Sein”—darin muss ich unter allen Umständen das mir Verwandteste anerkennen, was bisher gedacht worden ist.
    • Heraclitus, in whose presence alone, I felt warmer and more at ease than anywhere else. The yea-saying to the impermanence and annihilation of things, which is the decisive feature of a Dionysian philosophy; the yea-saying to contradiction and war, the postulation of Becoming, together with the radical rejection even of the concept Being—in all these things, at all events, I must recognize him who has some nearest to me in thought hitherto.
    • “The Birth of Tragedy,” § 3.1.3


  • Die zweite Unzeitgemässe (1874) bringt das Gefährliche, das Leben-Annagende und -Vergiftende in unsrer Art des Wissenschafts-Betriebs an's Licht —: das Leben krank an diesem entmenschten Räderwerk und Mechanismus, an der „Unpersönlichkeit” des Arbeiters, an der falschen Ökonomie der „Theilung der Arbeit”. Der Zweck geht verloren, die Cultur:—das Mittel, der moderne Wissenschafts-Betrieb, barbarisirt
    • Life is diseased, thanks to this dehumanised piece of clockwork and mechanism, thanks to the “impersonality” of the workman, and the false economy of the “division of labour.” The object, which is culture, is lost sight of: modern scientific activity as a means thereto simply produces barbarism.
      • “Thoughts out of Season,” § 3.2.1


  • Es ist meine Klugheit, Vieles und vielerorts gewesen zu sein, um Eins werden zu können,—um zu Einem kommen zu können. Ich musste eine Zeit lang auch Gelehrter sein.
    • My wisdom consists in my having been many things, and in many places, in order to become one thing, in order to attain one thing. It was part of my fate to be a scholar for a while.
      • “Thoughts out of Season,” § 3.2.3


  • In keinem andren Sinne will das Wort „freier Geist” hier verstanden werden: ein freigewordner Geist, der von sich selber wieder Besitz ergriffen hat.
    • The words “free spirit” in this book must not be understood as anything else than a spirit that has become free, that has once more taken possession of itself.
      • “Human, All-Too Human,” § 3.3.1


  • Sieht man genauer zu, so entdeckt man einen unbarmherzigen Geist, der alle Schlupfwinkel kennt, wo das Ideal heimisch ist,—wo es seine Burgverliesse und gleichsam seine letzte Sicherheit hat.
    • Looking into this book a little more closely, you perceive a pitiless spirit who knows all the secret hiding-places in which ideals are wont to skulk-where they find their dungeons, as it were their last refuge.
      • “Human, All-Too Human,” § 3.3.1


  • Meine Aufgabe, einen Augenblick höchster Selbstbesinnung der Menschheit vorzubereiten, einen grossen Mittag, wo sie zurückschaut und hinausschaut, wo sie aus der Herrschaft des Zufalls und der Priester heraustritt und die Frage des warum?, des wozu? zum ersten Male als Ganzes stellt —, diese Aufgabe folgt mit Nothwendigkeit aus der Einsicht, dass die Menschheit nicht von selber auf dem rechten Wege ist, dass sie durchaus nicht göttlich regiert wird, dass vielmehr gerade unter ihren heiligsten Werthbegriffen der Instinkt der Verneinung, der Verderbniss, der décadence-Instinkt verführerisch gewaltet hat.
    • My life-task is to prepare for humanity one supreme moment in which it can come to its senses, a Great Noon in which it will turn its gaze backwards and forwards, in which it will step from under the yoke of accident and of priests, and for the first time set the question of the Why and Wherefore of, humanity as a whole—this life-task naturally follows out of the conviction that mankind does not get on the right road of its own accord, that it is by no means divinely ruled, but rather that it is precisely under the cover of its most holy valuations that the instinct of negation, of corruption, and of degeneration has held such a seductive sway.
      • “Dawn of Day,” § 3.4.2
        • My task, preparing for humanity’s moment of highest self-examination … when it will escape from the domination of chance and priests and, for the first time, pose the question ‘why?’, the question ‘what for?’ as a whole.
          • J. Norman, trans. (Cambridge: 2005), p. 121


  • The instinct of negation, of corruption, the decadence-instinct, has been seductively at work, and precisely under humanity’s holiest value concepts.
    • § 3.4.2, J. Norman, trans. (Cambridge: 2005), p. 121


  • Das entscheidende Zeichen, an dem sich ergiebt, dass der Priester (—eingerechnet die versteckten Priester, die Philosophen) nicht nur innerhalb einer bestimmten religiösen Gemeinschaft, sondern überhaupt Herr geworden ist, dass die décadence-Moral, der Wille zum Ende, als Moral an sich gilt, ist der unbedingte Werth, der dem Unegoistischen und die Feindschaft, die dem Egoistischen überall zu Theil wird.
    • The decisive sign that priests (—including the hidden priests, the philosophers) have not just become dominant within a certain religious community, but overall, and that decadence morality, the will to an end, passes for morality as such, is that absolute value is conferred on the absence of egoism, while egoism meets with hostility.
      • § 3.4.2, J. Norman, trans. (Cambridge: 2005), p. 122


  • Mensch will lieber noch das Nichts wollen als nicht wollen.
    • Man prefers to aspire to nonentity than to not aspire at all.
      • “The Genealogy of Morals,” § 3.8


  • I alone have the criterion of “truths” in my possession. I alone can decide.
    • “Twilight of the Idols,” § 3.9.2


  • The fate of music be as dear to man as his own life, because joy and suffering are alike bound up with it.
    • “The Case of Wagner,” § 3.10.1


  • The German people, ... with an appetite for which they are to be envied, continue to diet themselves on contradictions, and gulp down “faith” in company with science, ... without showing the slightest signs of indigestion.
    • “The Case of Wagner,” § 3.10.1


  • Not only have the Germans entirely lost the breath of vision which enables one to grasp the course of culture and the values of culture, not only are they one and all political (or Church) puppets, but they have also actually put a ban upon this very breadth of vision.
    • “The Case of Wagner,” § 3.10.2


  • Psychology is almost the standard of measurement for the cleanliness or uncleanliness of a race.
    • “The Case of Wagner,” § 3.10.3


  • That which is called “deep” in Germany is precisely this uncleanliness towards oneself. ... People refuse to be clear in regard to their own natures.
    • “The Case of Wagner,” § 3.10.3


  • I require no “believers,” it is my opinion that I am too full of malice to believe even in myself; I never address myself to masses.
    • “Why I am a Fatality,” § 4.1


  • I refuse to be a saint; I would rather be a clown.
    • “Why I am a Fatality,” § 4.1


  • If falsehood insists on claiming at all costs the word “truth” for its standpoint, the really truthful man must be sought out among the despised.
    • “Why I am a Fatality,” § 4.5


  • The kind of man that he [Zarathustra] conceives sees reality as it is. He is strong enough for this.
    • “Why I am a Fatality,” § 4.5


  • In his own nature can be found all the terrible and questionable character of reality.
    • “Why I am a Fatality,” § 4.5


  • Was a single one of the philosophers who preceded me a psychologist at all, and not the very reverse of a psychologist, that is to say, a superior swindler, an idealist?
    • A. Ludovici, trans


  • Not to have awakened to these discoveries before struck me as the sign of the greatest uncleanliness that mankind has on it's conscience, as self-deception become instinctive, as fundamental will to be blind to every phenomenon.
    • A. Ludovici, trans


  • It is not ... the millennia of absence ... of bravery in spiritual things which betrays itself in the triumph of Christianity. It is rather ... the perfectly ghastly fact that anti-nature itself received the highest honors, as morality and as law and has remained suspends over man in the form of the categorical imperative.
    • A. Ludovici, trans


  • My formula for the greatness of a human being is amor fati: that one wants nothing to be different—not forward, not backward, not in all eternity. Not merely to bear what is necessary, still less conceal it … but love it.
    • § 11.10, cited in Kauffman, Nietzsche, p. 283

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